Was ist der Rainbow Effect?
Der Rainbow Effect (dt. Regenbogeneffekt) ist ein optisches Artefakt, das ausschließlich bei Single-Chip-DLP-Projektoren auftreten kann. Betroffene Personen sehen kurze, blitzartige Farbstreifen in Rot, Grün und Blau (oder vollständige Regenbögen), die hauptsächlich an den Übergängen zwischen hellen und dunklen Bildbereichen erscheinen — besonders bei schnellen Augenbewegungen über das Bild. Der Effekt tritt am deutlichsten auf, wenn weiße oder sehr helle Elemente auf schwarzem Hintergrund zu sehen sind (z. B. weiße Untertitel auf schwarzem Hintergrund).
Warum entsteht der Rainbow Effect?
Single-Chip-DLP-Projektoren erzeugen Farben durch ein rotierendes Farbrad (Color Wheel). Das Farbrad dreht sich mit hoher Geschwindigkeit vor der Lichtquelle und teilt das weiße Licht zeitlich in die Primärfarben Rot, Grün und Blau auf. Der DMD-Chip zeigt die Farben sequenziell — erst Rot, dann Grün, dann Blau — so schnell, dass das Gehirn bei ruhigem Blick eine gemischte Farbe wahrnimmt. Wenn das Auge jedoch schnell über das Bild bewegt, trifft es jeweils nur eine der sequenziellen Farben, was als Farbblitz wahrnehmbar ist.
Wer sieht den Rainbow Effect?
Nicht alle Menschen sind gleich empfindlich für den Rainbow Effect:
- Ca. 10–15 % der Nutzer bemerken den Rainbow Effect bei modernen DLP-Projektoren, ohne aktiv darauf zu achten
- Ca. 2–5 % empfinden ihn als stark störend und nicht gewohnheitsmäßig tolerierbar
- Ca. 85–90 % nehmen ihn unter normalen Bedingungen nicht wahr
Empfindlichkeit ist individuell und hängt von der Augenbewegungsgeschwindigkeit und der Sehfähigkeit des Einzelnen ab.
Faktoren, die den Rainbow Effect beeinflussen
- Farbrad-Geschwindigkeit: Schnellere Farhräder (6-Segmente, 6x-Drehgeschwindigkeit) reduzieren den Rainbow Effect deutlich im Vergleich zu langsamen 3-Segment-Rädern.
- Bildinhalt: Helle Elemente auf dunklem Hintergrund (Untertitel, Sterne, Glühbirnen) verstärken den Rainbow Effect. Gleichmäßige Szenen ohne starke Helligkeitskontraste reduzieren ihn.
- Betrachtungsverhalten: Ruhiger, zentrierter Blick ohne schnelle Augenbewegungen minimiert den Rainbow Effect. Beim aktiven Lesen von Untertiteln mit schnellen Augenbewegungen ist er am stärksten spürbar.
Welche Projektoren haben keinen Rainbow Effect?
Der Rainbow Effect tritt ausschließlich bei Single-Chip-DLP-Projektoren auf. Folgende Projektortechnologien sind konstruktionsbedingt frei davon:
- 3-Chip-DLP: Keine Farhrads benötigt. Alle Farben simultan. (Teuer, eher für professionelle Anwendungen)
- 3LCD (Epson): Alle drei Farben werden gleichzeitig dargestellt. Kein Rainbow Effect möglich.
- LCoS (Sony SXRD, JVC D-ILA): 3-Panel-Prinzip. Kein Farbrad. Kein Rainbow Effect.
Rainbow Effect testen vor dem Kauf
Wer unsicher ist, ob er empfindlich für den Rainbow Effect ist, sollte vor dem Kauf eines DLP-Projektors unbedingt einen Test durchführen: Im Fachhandel oder bei einem Bekannten einen DLP-Projektor vorFühren lassen mit einem Film mit weißen Untertiteln auf schwarzem Hintergrund. Schnelle Augenbewegungen von links nach rechts über das Bild ausführen und prüfen, ob Farbblitze wahrnehmbar sind.
Häufige Fragen zum Rainbow Effect
Gewohnt man sich an den Rainbow Effect?
Manche Menschen gewohnen sich an den Rainbow Effect und bemerken ihn nach einiger Zeit kaum noch. Andere bleiben dauerhaft empfindlich. Es ist individuell verschieden. Wer empfindlich reagiert, sollte auf 3LCD- oder LCoS-Projektoren ausweichen, statt zu hoffen, sich zu gewöhnen.
Ist der Rainbow Effect bei allen DLP-Projektoren gleich stark?
Nein. High-End-DLP-Projektoren mit schnellen, mehrfarbigen Farhrädern (BenQ W4000i, Optoma UHD38x) haben einen weniger ausgeprägten Rainbow Effect als günstige Einstiegsmodelle mit langsamen Farhrädern. Modern konstruierte DLP-Heimkino-Projektoren haben das Problem deutlich reduziert.
Kann man den Rainbow Effect durch Einstellungen eliminieren?
Nein. Der Rainbow Effect ist ein konstruktionsbedingtes Phänomen des Single-Chip-DLP-Prinzips und kann durch Software-Einstellungen nicht eliminiert werden. Das Einzige, was hilft: Bildinhalt mit weniger harten Helligkeitskontrasten wählen oder auf eine andere Projektionstechnologie wechseln.



