Tone Mapping

Was ist Tone Mapping?

Tone Mapping bezeichnet den Prozess, bei dem ein Projektor die Helligkeitsinformationen eines HDR-Signals (High Dynamic Range) auf den tatsächlich darstellbaren Helligkeitsbereich anpasst. HDR-Inhalte können Helligkeiten von 0 bis 10.000 Nits enthalten, während ein Projektor typischerweise nur 50 bis 300 Nits erreicht. Ohne Tone Mapping wären alle Bildbereiche über der maximalen Projektorhelligkeit einfach weiß (geclippt) — Tone Mapping „komprimiert“ die Helligkeitsdynamik intelligent, um Details in Highlights und Schatten zu erhalten.

Warum ist Tone Mapping bei Projektoren besonders wichtig?

  • OLED-TV: 500–1.500 Nits Spitzenhelligkeit
  • QLED-TV: 1.000–2.000 Nits
  • Heimkino-Projektor: 50–250 Nits auf der Leinwand

HDR10-Inhalte sind für 1.000–10.000 Nits gemastert. Ein Projektor mit 100 Nits muss diese Inhalte intelligent komprimieren. Qualität des Tone Mappings ist daher für HDR-Darstellung am Projektor wesentlich kritischer als bei hellen TVs.

Statisches vs. dynamisches Tone Mapping

  • Statisches Tone Mapping: Tone-Mapping-Kurve wird auf Basis der MaxCLL- und MaxFALL-Metadaten des gesamten Films einmalig berechnet. Konsistente Helligkeit über den gesamten Film.
  • Dynamisches Tone Mapping (Frame-by-Frame oder Scene-by-Scene): Die Kurve wird für jede Szene oder jeden Frame individuell berechnet. Eingesetzt bei HDR10+ und Dolby Vision; auch JVC (Frame Adapt HDR) bietet dynamisches Tone Mapping für HDR10.

Tone Mapping und HDR-Standards

  • HDR10: Statische Metadaten. Tone Mapping ist Aufgabe des Wiedergabegeräts.
  • HDR10+: Dynamische Metadaten per Szene. Von Samsung und Amazon unterstützt.
  • Dolby Vision: Dynamische Metadaten plus Dolby-eigener Tone-Mapping-Algorithmus. Lizenzpflichtig. Auf Projektoren selten (Hisense UST, Epson EH-TW7825).

Häufige Fragen zum Tone Mapping

Warum wirken HDR-Inhalte auf meinem Projektor flach?

Häufigste Ursachen: (1) Tone-Mapping-Einstellung zu konservativ; (2) Projektor hat zu wenig Helligkeit für überzeugenden HDR-Effekt auf großer Leinwand; (3) Bildmodus „SDR“ statt HDR aktiv. Lösung: HDR-Bildmodus aktivieren, Tone-Mapping-Einstellungen optimieren.

Ist Dolby Vision besser als HDR10 am Projektor?

Dolby Vision bietet theoretisch besseres Tone Mapping durch dynamische Metadaten. JVCs „Frame Adapt HDR“ für HDR10 liefert auf JVC-Projektoren oft gleichwertiges oder besseres Ergebnis als Dolby Vision auf anderen Projektoren.

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