HLG — Hybrid Log-Gamma

Was ist HLG?

HLG steht für Hybrid Log-Gamma und ist ein HDR-Standard (High Dynamic Range), der gemeinsam von der BBC und NHK (Japan) entwickelt und 2016 in der ITU-R BT.2100-Empfehlung standardisiert wurde. HLG wurde speziell für den Broadcast-Bereich entwickelt — also für Live-TV, Sportveranstaltungen und Nachrichten in HDR — weil es eine wichtige Eigenschaft mitbringt, die HDR10 und Dolby Vision nicht haben: Rückwärtskompatibilität mit SDR-Fernsehern.

Wie funktioniert HLG?

HLG nutzt eine hybride Transferkurve, die aus zwei Teilen besteht:

  • Gamma-Teil (untere Hälfte des Helligkeitsbereichs): Verhält sich wie eine klassische Gamma-Kurve — wird auf SDR-Fernsehern korrekt dargestellt.
  • Logarithmischer Teil (obere Hälfte): Erfasst Helligkeiten oberhalb des SDR-Bereichs mit einer logarithmischen Kurve — wird auf HDR-fähigen Geräten als HDR-Highlight-Information interpretiert.

Ein SDR-Fernseher, der HLG-Signal empfängt, sieht das Signal als normales SDR-Bild mit leicht höherer Helligkeit — kein schwarzes Bild, kein Fehler. Ein HDR-fähiger Fernseher oder Projektor nutzt die zusätzliche Helligkeitsinformation für die HDR-Darstellung.

HLG vs. HDR10: Unterschiede

  • Metadaten: HDR10 enthält statische Metadaten (maximale Helligkeit des gesamten Inhalts); HLG hat keine Metadaten. Tone Mapping bei HLG ist einfacher, aber weniger präzise als bei HDR10.
  • Rückwärtskompatibilität: HLG ist SDR-kompatibel; HDR10 ist es nicht.
  • Anwendungsbereich: HLG für Live-Broadcast und Streaming; HDR10 für 4K-Blu-ray, VOD und Pre-Produktion.
  • Maximale Helligkeit: HLG ist auf ca. 1.000 Nits begrenzt; HDR10 kann bis 10.000 Nits mastern.

HLG bei Projektoren

Alle modernen Heimkino-Projektoren unterstützen HLG neben HDR10. HLG-Inhalte kommen über:

  • Satellitenfernsehen und Kabel-HDR (ASTRA, ARD/ZDF HDR)
  • YouTube HDR (nutzt HLG für Live-Streams und manche Videos)
  • BBC iPlayer, NHK+ und andere Broadcast-Streaming-Dienste
  • Spielekonsolen (PlayStation 5, Xbox Series X unterstützen HLG-Ausgabe)

Beim Tone Mapping für HLG haben Projektoren weniger Informationen als bei HDR10+ (keine dynamischen Metadaten), da HLG gänzlich ohne Metadaten auskommt. Die HLG-Darstellungsqualität hängt daher stark vom internen Tone-Mapping-Algorithmus des Projektors ab.

HLG als Aufnahmeformat

HLG wird auch als Aufnahmeformat in High-End-Kameras und Smartphones genutzt (Sony, Canon, Panasonic, iPhone ab 12 Pro). Videoinhalte in HLG können direkt auf HDR-fähigen Projektoren abgespielt werden und liefern eine deutlich größere Dynamik als SDR-Aufnahmen.

Häufige Fragen zu HLG

Ist HLG besser oder schlechter als HDR10?

Für vorproduzierte Inhalte (Filme, Serien) ist HDR10 überlegen, da statische Metadaten eine genauere Helligkeitsabstimmung ermöglichen. Für Live-Broadcast und Anwendungen, bei denen SDR-Kompatibilität wichtig ist, ist HLG die bessere Wahl. Im Heimkino begegnet man HDR10 weit häufiger; HLG ist vor allem über Satelliten-HDR-TV relevant.

Muss mein Projektor HLG unterstützen?

Für ein vollständiges HDR-Erlebnis empfiehlt sich HLG-Unterstützung, besonders wenn HDR-Inhalte über Satellit oder Kabel empfangen werden. Alle modernen Projektoren ab Mittelklasse unterstützen HLG; es sollte bei einem Neukauf selbstverständlich sein.

Warum sieht HLG auf meinem Projektor manchmal überbelichtet aus?

HLG ohne Metadaten bedeutet, dass der Projektor keine genauen Helligkeitsinformationen bekommt. Wenn der interne HLG-Tone-Mapper zu hoch kalibriert ist, wirkt das Bild überbelichtet. Abhilfe: Im Projektor-Menü einen eigenen HLG-Bildmodus oder HLG-Helligkeitseinstellung suchen und anpassen. Manche Projektoren haben eine „HLG Brightness“-Einstellung für genau diesen Zweck.

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