Lens-Memory

Was ist Lens-Memory?

Lens-Memory (auch Objektiv-Speicher) ist eine Funktion motorisierter Projektoren, die Zoom-, Fokus- und Lens-Shift-Einstellungen für verschiedene Bildformate speichert. Per Knopfdruck oder Fernbedienung wechselt der Projektor zwischen gespeicherten Konfigurationen — ohne manuelle Nachkalibrierung. Die Funktion ist ideal für Heimkinos mit mehreren Bildformaten (16:9 und 2,35:1 Cinemascope) und für Installationen, in denen unterschiedliche Inhalte auf verschiedenen Leinwandbereichen gezeigt werden.

Warum ist Lens-Memory wichtig für Cinemascope?

Viele Spielfilme werden im Cinemascope-Format (2,35:1 oder 2,39:1) produziert. Auf einer 16:9-Leinwand entstehen schwarze Balken oben und unten. Lösungen:

  • Schwarze Balken akzeptieren: Einfach, aber verschwendet Leinwandfläche
  • Zoom-Funktion: Bild heranzoomen — Bildinhalte werden abgeschnitten
  • Cinemascope-Leinwand + Lens-Memory: Optimale Lösung. Bei 16:9-Inhalt: Zoom auf linken Teil der breiteren Leinwand. Bei 2,35:1: Zoom auf volle Leinwandbreite. Lens-Memory speichert beide Einstellungen.

Wie viele Speicherplätze bietet Lens-Memory?

Je nach Projektor 2–10 Speicherplätze. Für die meisten Heimkino-Anwendungen reichen 2–3 Speicherplätze:

  • Speicher 1: 16:9 (Streaming, Gaming, Serien)
  • Speicher 2: 2,35:1 (Cinemascope-Spielfilme)
  • Speicher 3 (optional): 4:3 Legacy, 1,85:1 Flat oder andere Formate

Lens-Memory in der Praxis

Für Lens-Memory benötigt der Projektor eine vollmotorisierte Optik (motorischer Zoom, Fokus und Lens-Shift). Das ist bei Mittel- und Hochpreismodellen standard, bei Einstiegsmodellen oft nicht vorhanden. Empfehlenswerte Projektoren mit Lens-Memory:

  • JVC DLA-Serien (alle aktuellen Heimkino-Modelle)
  • Sony VPL-XW5000, XW7000, GTZ380
  • Epson EH-LS12000, EH-LS11000

Lens-Memory und Autokalibrierung

Einige neue Projektoren (z. B. Epson) bieten eine automatische Lens-Memory-Kalibrierung: Der Projektor erkennt über Sensoren das Bildformat und ruft automatisch den passenden Speicher ab. Diese Funktion heißt je nach Hersteller „Auto Lens Adjustment“ oder „Dynamic Lens Memory“.

Häufige Fragen zu Lens-Memory

Verliert der Projektor seine Lens-Memory-Einstellungen nach einem Stromausfall?

Nein. Lens-Memory-Einstellungen werden im internen Flash-Speicher des Projektors gespeichert und bleiben auch ohne Strom erhalten. Sie überstehen auch Software-Updates und Reset-Vorgänge (abhängig vom Hersteller — Reset-to-Factory löscht möglicherweise Speicher). Wichtig: Lens-Memory nach dem Reset oder nach einer Aufstellungsänderung neu kalibrieren.

Kann ich Lens-Memory auch ohne Cinemascope-Leinwand nutzen?

Ja. Auch auf einer 16:9-Leinwand ist Lens-Memory nützlich: z. B. gesonderte Einstellungen für verschiedene Zoom-Stufen bei unterschiedlichen Sitzabständen, oder verschiedene Bildgrößen für Gaming (kleines Bild, kurzer Sitzabstand) vs. Film (volles Bild). Lens-Memory spart bei jedem Formatwechsel die manuelle Nachkalibrierung von Zoom, Fokus und Shift.

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